2
Jan
2007

John Irving: Die wilde Geschichte vom Wassertrinker

Fred Bogus Trumpers Leben regiert das Chaos: die Ehe mit der Skiläuferin Sue "Biggie" Kunft ist gescheitert; seine derzeitige Geliebte Tulpen will unbedingt ein Kind und sein Sexleben ist dank einer Geschlechtskrankheit ein voller Flop. Obendrein kommen die Probleme mit seiner Doktorarbeit und das nervige Filmprojekt seines Kumpels Ralph Packer, der unbedingt Bogus' verkorkstes Leben dokumentieren will. Für Bogus gibt es schließlich nur einen Ausweg aus dieser Misere: Er begibt sich auf die Suche nach seinem alten Kumpel, dem Diabetiker Merrill Overturf - und nach sich selbst...

Es ist ein herrlicher Genuß, zu verfolgen, wie Irving die Geschichte des antriebslosen und doch sehr sympathischen Antihelden Bogus Trumper erzählt. Dabei gelingt es Irving mühelos, dem Leser seine manchmal verschrobenen, aber doch sehr liebenswürdigen und lebensnahen Charaktere nahe zu bringen und Interesse für ihre oftmals skurrilen Abenteuer zu wecken. Besonders im Gedächtnis blieb mir die Figur des Merril Overturfs - endlich mal wurden ein Diabetiker und die Probleme mit dieser Krankheit authentisch dargestellt und ein Diabetiker durfte endlich auch mal über die Stränge schlagen.

Als Highlight neben den vielen kleinen Detailschilderungen, die oftmals strotzen vor Ironie und gleichzeitigem Respekt, wie beispielsweise Tulpens Aquarienlandschaft oder die Jagd nach der kleinen Risky Mouse in Biggies Keller, empfand ich vor allem die immer wieder eingestreuten Sprengsel von der (fiktiven?) altniedernordischen Ballade "Akthelt und Gunnel", an denen sich Bogus mehr als einmal die Zähne ausbeisst und die, obwohl sie oft völlig fehl am Platz scheinen, sich doch auf wundersame Weise in das Gesamtgeschehen einfügen und dem Lesevergnügen noch die Krone aufsetzen.

Auf ein Neues!!!

Da das Jahr schon wieder zwei Tage alt ist, muss ich an dieser Stelle auch ganz schnell mal Neujahrsgruesse und -wuensche von mir geben. Silvester hier war relativ unspektakulaer und die von mir am Samstag erworbene Flasche Sekt steht auch immer noch erwartungsvoll im Kuehlschrank. So nuechtern habe ich den Jahreswechsel seit zwei Jahren nicht mehr begangen. Damals ... 2004 am Times Square, wo Alkohol verboten war ... das war dann aber zwangslaeufige Trockenlegung ... *lach* Egal wie ... auf ein Neues, sag ich da nur!!!

Baby
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